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Wien, 12. Oktober 2008. Auf der diesjährigen Gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie in Wien wurde aufgrund ihrer herausragenden Verdienste in der hämatologischen und onkologischen Therapieentwicklung am 11. Oktober folgenden vier Medizinern die Ehrenmitgliedschaft der DGHO Deutsche Gesellschaft Hämatologie und Onkologie e.V. verliehen: - Prof. Dr. med. Thomas Büchner (Münster) - Prof. Dr. med. Dr. h. c. Volker Diehl (Köln) - Prof. Dr. med. Rüdiger Hehlmann (Mannheim) - Prof. Dr. med. Dieter Hoelzer (Frankfurt) Das Engagement der Geehrten in der Klinischen Forschung hat zur steten Verbesserung in Diagnose und Therapie bösartiger Bluterkrankungen geführt, deren Evidenz durch die erhöhten Heilungschancen der Patienten maßgeblich belegt ist. Diese Erfolge werden nicht nur durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt, sondern auch als Anlass genommen, erneut bessere Studienbedingungen für nicht-kommerzielle Studien in Deutschland zu fordern. Die vor drei Jahren gesetzlich verabschiedete 12. Novelle des Arzneimittelgesetzes hat für die Durchführung nicht-kommerzieller klinischer Studien in Deutschland erhebliche Hürden geschaffen. Diese Studien fordern nunmehr einen vergleichbar hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand wie die Zulassungsstudien neuer Medikamente der pharmazeutischen Industrie. Dadurch sieht die DGHO die Innovationskraft der Forschung in Deutschland weiterhin gefährdet. Bislang wird die Studienlandschaft stark durch die Zulassungsstudien von Pharmaunternehmen dominiert. So stehen in Deutschland 179 nicht-kommerzielle klinische Studien 778 kommerziellen klinischen Studien gegenüber. Nach Meinung der Fachgesellschaft ist jedoch eine ausgeglichene Studienlandschaft dringend erforderlich. „Gerade in den nicht-kommerziellen klinischen Studien liegt ein großes Potential innovativer medizinischer Erkenntnisgewinnung“, sagte Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO in seiner Ansprache. „Nur in diesen Studien können wir zum Beispiel zur Therapie seltener Erkrankungen arbeiten oder die Wirksamkeit zugelassener Arzneimittel direkt vergleichen, die nicht im unmittelbaren Herstellerinteresse liegen“, so Ehninger weiter. Für seine Verdienste für die Deutsche Hodgkin Studiengruppe und für seine Arbeit im Kompetenznetz Maligne Lymphome wurde Prof. Volker Diehl in Wien geehrt. Er betonte die hohe Qualität nicht-kommerzieller klinischer Studien in Deutschland: „Wir haben in den letzten 30 Jahren bewiesen, dass der Studienpatient der am besten behandelte Patient ist“. Auch Prof. Dieter Hoelzer, der für sein Engagement in der Leukämieforschung geehrt wurde, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Studiengruppen bereits seit Beginn in eigener Initiative Qualitätssicherungsmaßnahmen für nichtkommerzielle klinische Studien entwickelten. Weiterhin akzentuierte er die Bedeutung nicht-kommerzieller Studien. „Im Bereich der Betreuung von Patienten mit Akuten Lymphatischen Leukämien behandeln wir heute 85 Prozent innerhalb von klinischen Studien“. Prof. Thomas Büchner sprach die unsichere Finanzierungslage für klinische Studien an. Der Wissenschaftler, der für seine Verdienste in der Biologie und Behandlung Akuter Myeloischer Leukämien geehrt wurde, betonte, dass „der Wegfall der Förderung klinischer Studien mit öffentlichen Geldern durch Institutionen wie die Deutsche Krebshilfe kaum aufgefangen werden kann“. Für seine Verdienste im Kompetenznetz Leukämien wurde ebenfalls Prof. Rüdiger Hehlmann geehrt. „Deutsche klinische Studien in der Hämatologie galten bislang weltweit als beispielhaft“, hob der Wissenschaftler anlässlich der Ehrung in Wien hervor. „Wenn die Finanzierung und Finanzierbarkeit nicht-kommerzieller Studien nicht sicher gestellt werden kann, droht eine Monopolisierung klinischer Forschung bei der Pharmaindustrie“, so Hehlmann weiter. Die DGHO sieht hier dringenden Handlungsbedarf und fordert, schnellstmöglich verbesserte Rahmenbedingungen in der nicht-kommerziellen klinischen Forschung zu schaffen. Dazu gehört einerseits entscheidend den Verwaltungsund Kostenaufwand zu mindern und andererseits das bisherige Versäumnis zur Beschaffung adäquater Mittel auszuräumen. Hintergrundinformationen zu den Ehrenmitgliedern Prof. Thomas Büchner wurde 1934 in Berlin geboren. 1970 erhielt den Theodor-Friedrich-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Seit 1972 ist er an der Universität Münster Professor der Inneren Medizin. Zusätzlich engagiert sich Büchner seit 1978 als Chairman in der AML Corporate Group. Weiterhin übernahm er von 1994 fünf Jahre lang die Leitung des Funktionsbereichs der Leukämieforschung an der Universität Münster. Seine Verdienste in seiner Arbeit mit dem Schwerpunkt Biologie und Therapie der AML sind so bemerkenswert, dass die DGHO sie mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt. Im Jahr 1938 wurde Prof. Volker Diehl in Berlin geboren. 1983 übernahm er den Posten als Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Universität zu Köln, den er 20 Jahre lang bekleidete. Die Gemeinsame Jahrestagung der DGHO und ÖGHO gestaltete er maßgeblich als Kongresspräsident 1990 in Köln. Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender der DGHO und 1998/99 der der Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Weiterhin war Diehl in der Zeit von 2003 bis 2005 als Gründungsdirektor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen tätig. Zudem gründete er 1978 die Deutsche Hodgkin Studiengruppe, die er auch bis 2008 leitete und der er seit diesem Jahr als Honorary Chairman angehört. Die Ehrenmitgliedschaft der DGHO wird Diehl aufgrund seiner verdienstvollen Arbeit im Kompetenznetz Maligne Lymphome und in der Deutschen Hodgkin Studiengruppe verliehen. Prof. Rüdiger Hehlmann wurde 1941 in Halle/Saale geboren. 1988 ging er an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, an der er bis 2007 als Direktor der III. Medizinischen Universitätsklinik tätig war. Weiterhin koordiniert er seit 1997 das Kompetenznetzwerk „Akute und chronische Leukämien“ und seit 2003 das Network of Excellence „European LeukemiaNet“. 2001 übernahm er in Frankfurt die Kongresspräsidentschaft der Gemeinsamen Jahrestagung. Neben vielen weiteren Auszeichnungen erhielt er 2000 den Paul-Martini-Preis für Prognoseverbesserungen im Bereich chronische myeloische Leukämie (CML). Für seine Verdienste für das Kompetenznetz Leukämien sowie für die Deutsche CML-Studiengruppe, deren Sprecher er seit 1982 ist, verleiht die DGHO Professor Hehlmann die Ehrenmitgliedschaft. Im Jahr 1939 wurde Prof. Dieter Hoelzer in Dresden geboren. Seit 1978 leitet er die deutsche Studiengruppe „Akute lymphatische Leukämie des Erwachsenen“ (GMALL). Von 1984 bis 2007 war er als Professor an der Medizinischen Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektiologie tätig. Zusätzlich leitete er von 1992 bis 1997 die Deutsche Forschungsgruppe „Regulierung der Proliferation und Differenzierung von hämatopoetischen Stammzellen“ und übernahm 1998 die Kongresspräsidentschaft der Gemeinsamen Jahrestagung in Frankfurt. Von 2001 bis 2003 war er der Präsident der European Haematology Association. Neben vielen weiteren Auszeichnungen erhielt er den Artur Pappenheim Preis der DGHO. Seine herausragenden Verdienste in der Hämatologie und Onkologie würdigt die DGHO mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.